Farmen – Landfrauen – Leben im Süden Namibias

Ein etwas anderer Reisebericht von Frauke Brosenne

 

Unsere erste Veranstaltung am Anfang des Winterhalbjahres 2017/2018 am 10. Oktober in der Gastwirtschaft Hauff war ein voller Erfolg. Diesmal als Abendveranstaltung, um auch den noch Berufstätigen die Möglichkeit zu geben, an unserem Angebot teilzunehmen. 100 Teilnehmer hatten sich angemeldet, um dem angekündigten Reisebericht von Frauke Brosenne zuzuhören und die Fotografien auf der Leinwand anzuschauen.

Und wir konnten wieder neue Mitglieder begrüßen!

Nach einem Rückblick von unserer Vorsitzenden Rosi Buhre auf die Veranstaltungen und Fahrten im vergangenen Sommer und einer Vorschau auf besondere Programmpunkte in nächster Zeit folgte der angekündigte Reisebericht.

Frauke Brosenne besuchte im Frühjahr dieses Jahres ihre Freundin Gerda Klostermann, die auf der Farm „Süderecke“ im Süden Namibias lebt. Gerda Klostermann ist eine Urenkelin von Elisabeth Böhm, der Begründerin der LandFrauen. So konnte Frauke Brosenne am Farmleben im extrem dünn besiedelten Süden Namibias teilnehmen und auch andere Farmen und Landfrauen kennenlernen.

Wegen der dünnen Besiedelung muss man sich auf für uns sehr ungewohnte Entfernungen einstellen. 3 Std. Fahrt zum Einkaufen über Schotterpiste und durch Flussläufe können wir uns kaum vorstellen. Und der nächste Nachbar ist mindestens 1 Std. entfernt. Es sind Farmen, zu denen bis zu 20 Tsd. ha Farmfläche gehören, die aber nur für Tiere geeignet ist (2000 bis 2500 Tiere: Schafe, Ziegen, Rinder). Farmen, die um ihre Existenz kämpfen müssen, einmal, weil das Land sehr trocken und man sehr auf Wasser angewiesen ist (das Wasser wird aus 120 m bis zu 300 m Tiefe geholt), aber auch, weil die Regierung Land für die Farbigen haben möchte und so die Gefahr von zwangsweisem Verkauf oder sogar Enteignung besteht (Landfrage).

So müssen die Farmer immer wieder ihre Existenzberechtigung beweisen, indem sie den Farbigen Arbeit geben und sich z. B. auch für deren Bildung stark machen (und auch als Steuerzahler). Die Mentalität der Farbigen macht das alles nicht einfacher. Man darf nicht vergessen, dass sie Nomaden waren, die nur von einem Tag auf den andern leben und auch keine Vorratshaltung kennen. Eine Einstellung zur Arbeit, wie wir sie kennen, ist ihnen fremd. Die Farmer haben oft einen 2. Beruf, der ihnen ein zusätzliches Einkommen ermöglicht.

Die Landfrauen (Farmersfrauen) tragen ihren Teil zum Leben auf der Farm bei, indem sie z. B. die Kinder selber unterrichten (homeschooling), auch eigene Betriebszweige entwickeln und damit für weiteres Einkommen sorgen: z. B. Touristen die Möglichkeit geben auf ihrer Gästefarm zu wohnen und das sehr spezielle und interessante Leben kennen zu lernen. Die Ernte des Farmgartens, der intensiv bewässert werden muss, verarbeiten und vermarkten sie (z. B. Kaktusfeigenmarmelade, -gelee, -saft, -tee und Kernöl), aber auch Milchprodukte stellen sie her und verkaufen sie. Ein vielschichtiges und arbeitsreiches Aufgabengebiet für die Landfrauen, aber dieses Leben muss man auch wollen und sich auf die „Einsamkeit“ einlassen.

Zum Schluss gab es noch ein paar schöne Tierbilder von der Fahrt durch den Kalahari – Gamsbockpark. Insgesamt war es ein schöner Abend mit einem sehr interessanten Bericht über dieses Leben in einem ungewöhnlichen Land mit vielen Möglichkeiten.

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